Die Amsel

3. April 2023

Amseln sind Singvögel und tragen auch den Namen „Schwarzdrosseln“. Bei uns in Europa zählen sie zu den bekanntesten Vögeln und in Deutschland sind sie sogar die häufigste Vogelart überhaupt. Während die Amsel vor über hundert Jahren noch als scheuer Waldvogel galt, hat sie sich heute immer mehr an uns Menschen gewöhnt, sodass man sie in beinahe jedem heimischen Garten und in jeder Grünanlage sichtet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Amsel gehört der Gattung der Drosseln an und zählt zu den bekanntesten Singvogelarten Europas.
  • Amseln sind nicht nur bei uns in Europa beheimatet, sondern auch in Asien, Nordafrika und Teilen Australiens. Je nach klimatischen Bedingungen ihrer Heimat sind Amseln sowohl Zug- als auch Standvögel. Ist es im Winter recht kalt, ziehen einige Amseln in Richtung wärmerer Gebiete. Es gibt aber auch jede Menge Amseln, die das gesamte Jahr über an einem Ort verweilen.
  • Die Amsel besiedelt eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume. Hierzu zählen unter anderem Wiesen, Parkanlagen, Laubwälder, heimische Gärten, aber auch Industriegebiete.

Steckbrief

  • Name: Amsel
  • Aussehen: dunkelbraun (Weibchen), schwarz mit gelbem Schnabel (Männchen)
  • Zugverhalten: Zug- und Standvögel (je nach Klima)
  • Größe: 15 bis 30 cm
  • Gewicht: 60 bis 140 g
  • Alter: 2 bis 6 Jahre
  • Futtertyp: Weichfutterfresser
  • Nahrung: Beeren, Würmer, Schnecken, Spinnen
  • Lebensraum: Wälder, Wiesen, Parks
  • Verbreitung: Europa, Asien, Afrika, Australien
  • Natürliche Feinde: Raubvögel, Hauskatze, Fuchs, Marder

Aussehen der Amsel

Amselmännchen haben ein vollkommen schwarzes Gefieder, einen langen Schwanz und einen goldgelben Schnabel mit gelbem Lidring. Im Spätsommer färbt sich der Schnabel etwas dunkler. Die Amselweibchen hingegen sind dunkelbraun und haben hellere, braune Flecken auf Höhe der Kehle. Die Jungvögel sind ebenfalls dunkelbraun, verfügen an der Oberseite jedoch über deutlich hellere Schaftstriche als die Weibchen. Die Körperlänge der Amsel liegt zwischen 15 und 30 cm. Grundsätzlich sind die Männchen allerdings etwas größer als die Weibchen. Besonders interessant sind die extremen Schwankungen im Gewicht, denn Amseln können zwischen 60 und 140 Gramm wiegen. Im Durchschnitt wiegen die Männchen ca. 103 Gramm, während die Amselweibchen nur knapp 100 Gramm auf die Waage bringen. Lediglich während der Brutzeit sind die Weibchen schwerer als die männlichen Vertreter.

Lebensweise der Amsel

Amseln bewegen sich meist hüpfend über das Erdreich, um in unseren Gärten unter Laubbergen oder auf Wiesen nach geeignetem Futter zu suchen. Oft gleichen sie einer Statur mit schief gelegtem Kopf. In dieser Position lauschen die Amseln nach Beutetieren wie Insekten. Während Freiflächen als perfekte Nahrungsgebiete dienen, befinden sich die Nester der Amseln überwiegend im dunklen Unterholz von Wäldern.
Amseln können gerade in der Dämmerung hervorragend sehen und sind bei uns in Europa beinahe flächendeckend anzutreffen. Lediglich den hohen Norden sowie den äußeren Südosten meiden Amseln. Doch auch in Australien und Neuseeland zählen die Amseln durch die Einbürgerung von Europäern heute zu den einheimischen Vogelarten. Teilweise sind die Singvögel sogar in Asien und Nordafrika zu finden. Während die Schwarzdrossel über viele Jahre hinweg ein scheues und reines Waldtier war, ist sie heute auch häufig auf Streuobstwiesen, in heimischen Gärten und in Parks zu finden. Die Amseln breiten sich mittlerweile bis in die Stadtzentren hinein aus, um sich dort von den vielen Abfällen der Menschen zu ernähren.

Fortpflanzung, Brutverhalten und Entwicklung der Amsel

Amseln erlangen zumeist gegen Ende ihres ersten Lebensjahres an Geschlechtsreife und zählen zu den Frühbrütern. Denn sowohl die Balz- als auch die Brutzeit beginnt bereits zwischen Ende Februar und Ende August. Während der Balzzeit umkreist das Amselmännchen das auserwählte Weibchen mit erhobenem Kopf sowie gefächertem Schwanz. Bis die eigentliche Paarbildung erfolgt, können aber auch noch einige Monate vergehen. Denn die Suche nach einer geeigneten Partnerin gestaltet sich nicht immer einfach. Haben sich Amselmännchen und Weibchen gefunden, beginnt die erste von meist zwei bis drei, hin und wieder aber auch bis zu fünf Bruten im Jahr. Größtenteils legt das Weibchen drei bis sechs braun-grün-gepunktete Eier und brütet diese für ca. 14 Tage aus. Als Nistplatz dienen häufig Bäume, Hecken, Sträucher und Gebäudenischen. Diese werden von den Vögeln mit ausreichend Grashalmen, Gräsern, Lehm sowie feuchter Erde gepolstert und verstärkt. Bereits nach zwei Wochen beginnen die ersten Jungvögel zu schlüpfen. Nach weiteren zwei Wochen verlassen sie noch völlig flugunfähig das Nest. Anschließend bekommen sie noch rund drei Wochen Futter vom Amselvater, denn die Mutter bereitet zu dieser Zeit vorwiegend schon die neue Brut vor.
Wissenswert: Amseln führen während ihrer jährlichen Brutsaison eine monogame Beziehung zu einem Partnertier. Häufig bleiben die Amselpärchen sogar über mehrere Brutjahre zusammen. Wer die Amsel bei ihren Brutvorhaben ein wenig unterstützen möchte, der stellt in seinem Garten einen Halbhöhlen-Nistkasten als Nisthilfe zur Verfügung.

Ernährung der Amsel

Amseln bevorzugen vor allem weiches Futter wie Larven, Schnecken und Würmer. Diese Beutetiere spüren sie meist auf Feldern, Wiesen und an Flussufern auf. Haben sie passendes Futter gelauert, picken sie dieses mit ihren kräftigen Schnäbeln auf. Aber auch Ameisen, Käfer, Spinnen, Blattläuse, Beeren und andere weiche Früchte stehen auf ihrem Speiseplan. Da sich die Suche nach geeigneter Ernährung nicht immer einfach gestaltet, können wir Menschen hilfreiche Dienste leisten, indem wir eine Bodenfutterstelle im eigenen Garten einrichten. Hierbei handelt es sich um ein am Boden stehendes Vogelhaus. Dieses sollte zum Schutz vor anderen Fressfeinde allerdings unbedingt mit Maschendrahtzaun umspannt sein. Wichtig ist, dass die Maschen ausreichend groß sind, sodass die futtersuchenden Amseln problemlos hindurchpassen. Als geeignetes Futter für Amseln eignen sich zum Beispiel Rosinen, Haferflocken und Mehlwürmer. Aber auch kleingeschnittene Äpfel nehmen die meisten Amseln gerne an.

Feinde der Amsel

Die Amseln haben es nicht leicht, denn es lauern zahlreiche Gefahren. Besonders häufig trifft es die Weibchen und das, obwohl die Amselmännchen deutlich auffälliger sind. Vermutungen zur Folge liegt das daran, dass die Weibchen zur Versorgung der Jungvögel länger auf dem Boden unterwegs und infolgedessen zum Opfer von Fressfeinden werden. Zu den natürlichen Feinden der Amseln zählen vor allem Raubvögel wie Eulen, Adler, Falken, Habichte und Bussarde. Die Amseleier und Jungtiere hingegen werden vornehmlich Opfer von Mardern, Füchsen, Eichhörnchen und Krähen. Eine weitere häufige Bedrohung für junge aber auch ausgewachsene Amseln ist ganz klar die Hauskatze. Nicht zu vergessen ist auch die Gefahr des Straßenverkehrs, denn gerade in stark befahrenen Gebieten kommen nicht selten sowohl ausgewachsene Amsel als auch gerade flügge gewordene Jungtiere ums Leben.

Singverhalten der Amsel

Die Amselmännchen singen vor allem, um den Weibchen zu imponieren. Handelt es sich um einen besonders hellen Klang, so warnen die Amseln sich gegenseitig vor Rivalen. Um den Gesang besonders weit und laut zu verbreiten, singen Amselmännchen meist von erhöhten Positionen wie Baumspitzen oder Dächern. Doch auch Weibchen kommunizieren, indem sie sanft und melodisch zwitschern. Dabei klingt der Gesang jedoch etwas gepresster und abgehackter als bei den Amselmännchen. Zusammenfassend sollte gesagt sein, egal ob es sich um das Zwitschern von Männchen oder Weibchen handelt, Amsellieder zählen zu den schönsten Gesängen im Vogelreich. Das liegt nicht zuletzt an der melodisch flötenden Stimmlage und der großen Varianz.
Wissenswert: Während die Amseln in den wärmeren Monaten bereits vor Sonnenaufgang „singen“, verhalten sie sich im Winter oft etwas zurückhaltender.

Jenny
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